Die (armen armen) Medien und der böse Wulff …

Oh je, unsere armen, armen Medien. Diese triefende Selbstbemitleidung ist wohl vorläufig der absolute Tiefpunkt in der ganzen medialen Schaumparty um Wulff. Sorry, aber wer darüber schwadroniert, dass “wir (die Medien, konkret auch die BILD-Zeitung) in den Glaubwürdigkeitsverluststrudel der Politik hingezogen wurden”, der hat jegliche journalistische Bodenhaftung verloren. Hätte ich von meinen Namensvettern beim Spiegel nicht erwartet :-(

 

Wie ich dank Apple’s iCloud zum Spamkönig wurde

Die Cloud ist ja so eine moderne Einrichtung, mit der man immer & überall seine Kontakte, Kalender, Mails und Dateien synchronisiert halten kann. Die neueste und coolste Cloud kommt von Apple und heißt iCloud: „iCloud speichert deine Musik, Fotos, Dokumente und mehr und pusht alles drahtlos an alle deine Geräte.“ Sagt Apple.

Coole Sache, im Prinzip. Also iCloud-Account erstellt (bzw. mit meiner bestehenden Apple-ID angemeldet), und das iCloud-Dingens auf dem iPhone, dem iPad und meinem Notebook eingerichtet. Ale Erstes gilt es auszuwählen, was eigentlich synchronisiert werden soll. Hier habe ich alle meine Kontakte ausgewählt, und natürlich den Kalender – ein fataler Fehler, wie sich gleich herausstellen sollte.

Nach einem Klick auf „Übernehmen“ beginnt die iCloud fröhlich zu synchronisieren – doch nicht nur das: aus welchem Grund auch immer meint die blöde Wolke, dass sie für JEDE Termineinladung, die ich in den letzten Wochen angenommen habe, eine Benachrichtigung an ALLE Teilnehmer schicken muss! Und das sind dann doch ziemlich viele, wie sich in den nächsten 2 Minuten herausstellt. Das Gemeine dabei: iCloud macht das ohne jede Warnung oder irgendeinen Hinweis, und ohne dass man irgendwie intervenieren könnte. WTF???

Aber man lernt ja dazu: iCloud = böse. Zumindest im Zusammenspiel mit geschäftlichen Outlook Besprechungen. Ich ziehe die einzig richtige Konsequenz und beschließe mich aus der wolkigen Wunderwelt erstmal zu verabschieden. Und dazu will ich natürlich meine Daten aus der Wolke wieder löschen. Also lösche ich die iCloud-Konten und die iCloud-Daten auf dem iPhone, dem iPad und dem Notebook. Zu guter Letzt noch icloud.com: hier ist es nicht ganz so einfach. Eine „Account löschen“ Funktion fehlt hier, was allein schon ein Ärgernis ist. Die Kontakte sind dann halbwegs schnell gelöscht, mit „Strg+A“ und „Delete“. Beim Kalender ist es etwas umständlicher: hier muss man auf „Bearbeiten“ klicken, und dann den synchronisierten Kalender nach iPhone-Manier zu löschen. Uff, geschafft. Dachte ich. Doch dann das böse Erwachen: iCloud spielt die beleidigte Leberwurst und verschickt – wieder ungefragt und ohne Benachrichtigung – Terminabsagen zu ALLEN kommenden Besprechungen, die ich über Outlook zugesagt hatte. Oh Mann. Zum zweiten Mal unfreiwillig als Spammer unterwegs, dank iCloud.

Bleibt nur zu hoffen dass nun meine Kalendereinträge auch wirklich aus der benebelten Wolke gelöscht sind, und sich nicht noch weiter verselbständigen.

Unser täglicher Filter …

Eine herrliche ganz persönliche Geschichte von Sascha Lobo über die Fallstricke des Newsstream und der (zu) intelligenten Filterung. Und ehrlich gesagt gibt es einem schon zu denken wessen Programmcode heutzutage darüber entscheidet was für uns im Leben relevant ist: http://saschalobo.com/2011/11/01/wie-mich-die-filter-bubble-einmal-linkte/. Das ist jetzt vielleicht weniger relevant für den kritisch denkenden Menschen, aber (leider) umso mehr für die breite Masse …

Call a bike – warum ist das eigentlich kein Killer?

Diese Woche habe ich Call-a-bike ausprobiert. Eigentlich ein cooles System von der Bahn: irgendwo an einer Kreuzung auf eines der silbernen Fahrräder aufsteigen, und es am Ziel an irgendeiner Kreuzung wieder abstellen. Für kürzere Strecken ist das viel billiger und lustiger als Taxi fahren, und schneller als Laufen oder die U-Bahn nehmen.Von Ray Sono zum Stachus kommt man sonst nicht in gut 5 Minuten.

Vor allem in Verbindung mitder iPhone- oder Android-App geht das Ausleihen schnell und komfortabel. Auf einer Karte sieht man alle verfügbaren Call-a-Bikes in der Umgebung und kann sie direkt auswählen zum Ausleihen. Der Prozess mit Eingabe eines Freischalt-Codes am Bike ist ok, sobald man einmal verstanden hat dass man am Fahrrad eine Klappe öffnen muss und darunter ein Eingabefeld ist. Hat bei mir 2-3 Denkschleifen gebraucht :-)

Etwas genervt hat mich der Prozess zum Abstellen und Wieder-Einchecken des Bikes: das GPS am iPhone ist – gerade in der Innenstadt – nicht immer ganz genau, und die Karte regiert bei der Auswahl einer Kreuzung manchmal etwas träge. Nach dem 3. Mal geht das aber auch relativ flüssig.

Positiv überrascht haben mich die Räder: robuste rollende Schiffe, Marke unkaputtbar. Bequem und einfach zu fahren, robuste 7-Gang-Nabenschaltung. Komplett abgedeckte Kette (!), und sogar eine vernünftige Gepäckablage ist dabei.

Aber halt – vor der ersten Nutzung steht die Registrierung! Schade ist, dass man sich dafür auch als total registrierter Bahnkunde nochmal ganz neu anmelden muss, genauso wie bei flinkster (ehemals Carsharing) oder andere nette Zusatzprodukte der Bahn. Wie wäre es mit einem einfachen Häkchen im MeineBahn-Bereich, plus Drop-Down zur Tarifauswahl?Das sollte doch – trotz der komplexen Bahn-Struktur mit unterschiedlichen Unternehmen etc. – irgendwie möglich sein.

Ich fand den Preis von 1,12 € für die Strecke von gut 2 km noch ok, aber auch nicht super-billig. Wenn man den Service ein paar mal im Jahr nutzt, lohnt sich der Pauschal-Tarif von 36 € pro Jahr (bzw. 27 € mit BahnCard) recht schnell. Dann kann man jeweils die ersten 30 min kostenlos fahren, was auch für lange Strecken ausreichend sein sollte.

Fazit: eigentlich ein “Must-have” für jeden der öfter mal im Jahr geschäftlich unterwegs ist oder der in der Innenstadt Strecken in der Größenordnung von 2-4km zurücklegt! Wenn jetzt die Bahn noch den Anmeldeprozess vereinfacht …

Wer’s selbst ausprobieren möchte: www.callabike-interaktiv.de

In eigener Sache: Blog kaputt. Und repariert. Halbwegs.

Status

Aufgrund von irgendwelchen Update-Problemen war wohl mein Blog kurzfristig im Eimer. Wenn ihr das hier lesen könnt, funktioniert er jetzt wohl wieder :-)

Ein scheinbar harmloses WordPress-Update von 2.9 auf 3.2 brachte die Lawine ins Rollen: erst war die php-Version nicht mehr gut genug. Das ging ja noch. Dann aber mySQL: v5 war gefordert, v4 war meine bestehende Datenbank. Easy, eine leere neue mySQL 5 Datenbank anzulegen – aber dann …

Google+: Gnade uns Google.

Es ist schon faszinierend und ein ganz großer Coup von Google, dass der Konzern formerly known as fette Datenkrake nun der Samariter in Sachen Datenschutz ist, der uns alle vorm bösen Facebook rettet (zu lesen z.B. bei t3n). Wow. Natürlich ist es toll wie Google uns hilft uns besser vor unseren Freunden zu schützen. Dass wir dafür den letzten Rest unserer digitalen Seele an Google aufgeben – was soll’s.

Kurz zu den Fakten:

Google+ ist cool. Es hat eine coole Oberfläche, was mich besonders freut – User Experience still rules. Es vereint die besten Features aus Facebook und Twitter, und stellt damit eine Konkurrenz für beide dar.

Man kann Personen folgen ohne Freundschaftsanfrage wie bei Twitter. Folgen die mir dann auch, ist das sowas wie eine Freundschaft bei Facebook (oder Xing oder LinkedIn oder …). Das gegenseitige Folgen ergibt eine viel höhere Dynamik als das Freundschafts-Prinzip, weil es unkomplizierter ist und weil es auch einseitig funktioniert. Kein Wunder dass alle frühen Tester auf Google+ innerhalb kürzester Zeit massenhaft Freunde & Follower hatten. So verbindet Google+ den Netzwerk-Charakter von Facebook & Co. mit dem Infokanal-Feeling von Twitter. Davon wird nicht nur Sascha Lobo profitieren, der nach ein paar Tagen schon weit über 3000 Follower hatte, sondern auch andere seriöse Broadcaster.

Schön sind die Circles: Die Listen, bei Facebook & Twitter recht stiefmütterlich behandelt, sind bei Google+ rund und nennen sich Circles. Hier kann ich meine Kontakte einordnen und dadurch sowohl die Informationsflut in meinem Stream eindämmen als auch zielgenau Informationen verteilen.

Google+ ist damit die perfekte Verbindung eines sozialen Netzwerkes für „echte“ Freunde mit einem Infokanal für die ganzen anderen Typen (oder Firmen) die man im Internet oder sonstwo halt mal trifft und interessant findet. Und das Ganze ist über die Circles sehr gut steuerbar. In dieser Hinsicht hat es Google+ geschafft, an Tag 1 Facebook und Twitter einfach mal abzusägen. Wer jetzt schon seine Freundesliste von Facebook zu Google+ umziehen will, findet übrigens bei t3n eine passende Anleitung dazu.

Klar fehlen jetzt noch Features, wie Unternehmens-Profile, eine API, und natürlich Werbung. Keine Angst, das wird alles kommen. Ist ja noch Beta. Eine schöne Zusammenfassung einiger Stimmen aus der Social Media Szene hat übrigens – Überraschung – der Focus.

So weit, so gut. Aber?

Aber – es gibt immer ein Aber, in dem Fall sogar ein großes. Bevor Facebook kam, haben wir uns da nicht alle über die Allmacht von Google beschwert? Google ist halt nicht nur Dein soziales Netzwerk, sondern nebenbei auch noch Deine Suchmaschine, Dein Navigationssystem, Dein Handy-Betriebssystem, Dein Browser, Deine Video-Plattform, Dein Mail-Client, Dein Newsreader, Deine persönliche Startseite, Dein Übersetzer, bald auch Deine Flug-Buchungsmaschine und so weiter. Wer war nochmal Facebook?

Sowohl die Macht als auch das Wissen von Google sind schon heute beängstigend. Um im Gegensatz zu Facebook, Twitter und allen anderen verdient Google Geld. Verdammt viel Geld. Und mit Adsense und Adwords hat Google eine perfekt entwickelte Gelddruckmaschine für Google+ im Keller stehen. Bleibt uns Nutzern, uns Unternehmen und uns Regierungen da noch was anderes übrig als zu beten dass Google sich bitte bitte an seinen eigenen Slogan „Don’t be evil“ hält?

Und nun?

Schön, dass es Google+ jetzt gibt. Im dritten Anlauf (nach Wave und Buzz) hat Google es richtig gut gemacht. Facebook ist nun unter Zugzwang, besser zu werden. Hoffentlich schafft der junge Zuckerschlecker das – es wäre aus meiner Sicht katastrophal wenn Google auch als soziales Netzwerk schnell den Markt beherrscht. Nur mal so als Gedankenspiel: Was, wenn Facebook in drei Jahre wirklich verschwinden würde? Dann Gnade uns Google. Oder gibt’s noch einen weiter oben?

Eine lange Beziehung geht zu Ende…

Tja, es ist wohl vorbei. Eine lange Beziehung geht zu Ende. Wir haben uns zuletzt etwas auseinandergelebt, Du und ich. Und jetzt, nach einiger Zeit der Ungewissheit, kann ich es auch sagen: ich liebe Dich nicht mehr. Ja, wir hatten schöne Jahre, wilde Jahre. Aber die Zeit ist vorbei. Und – ja, ich habe einen Neuen. Es tut mir leid. Eine Zeit lang hatte ich Euch beide parallel, aber das bringt ja keinem was. Ich konnte ihm nicht mehr widerstehen.

Was er hat, was Du nicht hast? Er sieht verdammt gut aus. Er ist schlank, er ist smart und schnell. Er weiß was ich will. Und Du? Schau Dich doch an. Du bist in die Jahre gekommen, Du hast ein bisschen angesetzt. Ja ja, ich weiß, er wird mir nicht treu sein. Manche haben mich vor ihm gewarnt. Sie sagen, er wird mich ausspionieren und mich verraten. Aber er ist einfach so praktisch!

Es hat einfach keinen Sinn mehr mit uns. Mach’s gut, Firefox. Vielleicht versuchen wir es irgendwann noch einmal. Wenn Du an Dir arbeitest. Wie der Neue heißt? Das tut doch nichts zur Sache. Ok, na gut. Er heißt Chrome.